Der Nebel verschleiert die Existenz

Unser Selbst ist kein harter Kern, es verändert sich, passt sich an. Wie Nebel, der über einen Berghang zieht, ist ein Aspekt für einen Moment sichtbar, während er im nächsten Moment verschwindet. Wenn nun die Welt ungewiss wird, bleibt nichts, woran wir uns festhalten können. Wir haben Jetlag, ohne die Zeitzonen zu überqueren. Angelika Wienerroither versucht dieses Gefühl der Freiheit, aber auch der Unsicherheit in ihren Fotos zu verarbeiten.

Die Ausstellung war im Kvartier von disposed, auf dem Gelände der Rauchmühle. Das Arbeiterhaus wurde im Oktober 2016 abgerissen. Eine Fotografie hing an einer Wand, als der Bagger das Haus zeriss.

 

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Beim letzten Durchzählen kam ich auf mindestens drei Personen, die jeder von uns ist. Erstens die, die sie ist. Zweitens die, die sie zu sein glaubt. Und drittens die, für die sie die anderen halten sollen.

– Thomas Glavinic, der Jonas Komplex.

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Ich bin hier, wenn die Abrissbirne die Mauer zerschlägt.

 

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Nebel zieht am Felsen vorbei.
Er verbirgt die, die ich sein werde.
Stille hüllt mich in Nichts.

 

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Der Standort verändert die Betrachtung der Dinge.

 

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Die Serie ist aus lichtempfindlichem Fotopapier entstanden, das ich in der Dunkelkammer vergessen habe. Im Atelier ist es normalerweise finster, es sei denn ich oder mein Kollege arbeiten darin. Dann beginnt das Papier, das Licht aufzunehmen und sich zu verändern. Es ist, als ob das Fotopapier auf die menschliche Präsenz reagiert.

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Die innere Uhr des Organismus ist aus dem Takt. Ihre Zeit stimmt nicht mehr mit der tatsächlichen Ortszeit überein.

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Die zirkadiane Rhythmik oder das innere Zeitsystem des Menschen ist ein uralter biologischer Apparat, der in den 24-Stunden-Rhythmus Wach- und Schlafphasen einbaut.

 

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Ich bin losgelöst im Raum, meine Psyche ist wo anders.

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Im Durchschnitt geht man davon aus, dass die Resynchronisation für jede Stunde Zeitverschiebung einen Tag erfordert.

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Nicht schlafen, nicht schlafen, nicht schlafen

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Diffus, unklar sehen. Ein rätselhaftes Gefühl lässt die Welt unwirklich wirken.

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Während der Ausstellung entstand auch ein kleines Kunstprojekt: Dusche, die Serie.

 

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Buch: Raum

Eine geheimnisvolle Aura umrankte das leerstehende Haus, wie der Efeu, der am Gebäude hochkletterte. Es war Märchenschloss und Geisterhaus zugleich – Räume, in denen alles möglich war und gerade deshalb Angst einjagten.

 

Milla (2) Project MILLA

Bandfotos für „Haydn und Freud“ in einer verlassenen Werkstatt.

 

 

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