Briefwechsel

Meta Merz. Der Name springt mir aus der Liste der Salzburger Autor*innen entgegen, er ist geheimnisvoll, unergründlich. In der Stadtbibliothek erscheint neben ihrem Buch „Metaphysik der Begierde“ das grüne Häkchen: verfügbar. Ich laufe durch die Reihen der Bücher, suche nach der Signatur. Ich frage Mitarbeiter, in welchem Regal ich es finden könnte, welcher Rücken der richtige ist. Doch das Buch ist verschollen – und eine erneute Suche im Katalog führt ins Leere.

Meta Merz. Es scheint mir, als würde sie mich locken und sich dann wieder vor mir entziehen. Sie will sich nicht zeigen, nicht zu viel von sich preis geben. Ich beginne mir vorzustellen, wie es wäre, mit ihr in Dialog zu treten. Wie wir uns seltsame Briefe schicken werden; ich sende ihr Fotografien aus einer Stadt wie Salzburg, sie antwortet mit fragmenthaften Texte. Wir nähern uns an, werden uns aber doch nie ganz verstehen.

Briefwechsel
2019, Silbergelatine-Print, Text, Leinen, Schattenfuge, 24×30 cm

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